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Olenas Geschichte

Zugehörigkeit schaffen

Olena, Sozialarbeiterin in der Ukraine, musste vor dem gross angelegten Krieg fliehen. In Moldau fand sie ihre Aufgabe wieder – als Teil des UNHCR, dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen. Heute hilft sie anderen, anzukommen und ihr Leben neu aufzubauen – so wie sie selbst.

Olena lächelt in einem roten Pullover in die Kamera.
Olena lächelt in einem roten Pullover in die Kamera.

Der Weg zur Integration

Als die ersten Explosionen den Nachthimmel zerrissen, veränderte sich Olenas Welt für immer. „Ich wachte vom Geräusch der Raketen auf und sah ihre Spuren von meinem Balkon aus“, erinnert sie sich.

In diesen frühen Stunden rief sie ihren Vater an und schrie, dass der gross angelegte Krieg begonnen hatte. Er glaubte ihr nicht. „Er dachte, ich hätte mir das ausgedacht“, sagt sie leise. Doch die Realität liess sich nicht leugnen. Drei lange Tage rangen Olena und ihre Cousine mit der Frage, was sie tun sollten, und versuchten, den Lärm von Schüssen und Explosionen auszublenden. Sie hofften, der Krieg würde innerhalb weniger Stunden enden. Das tat er nicht.

In Sicherheit ankommen

Schliesslich packten Olena, ihre Cousine und deren zwei kleine Kinder alles, was sie tragen konnten, und machten sich auf den Weg zur Grenze. „Ich werde das Gefühl von Erleichterung und Freude nie vergessen, als wir begriffen, dass wir in Sicherheit waren“, sagt Olena. „Die Menschen in Moldau haben uns herzlich willkommen geheissen – mit Essen, Wasser, Kleidung und einem Dach über dem Kopf. Das war sehr berührend.“

Neu anfangen

Olena war in der Ukraine Sozialarbeiterin gewesen. In Moldau fühlte sie sich nutzlos. „Ich wollte arbeiten, mich ablenken und das Gefühl haben, gebraucht zu werden“, sagt sie. Dann kam der Wendepunkt. Ein ehemaliges Teammitglied erzählte ihr, dass der UNHCR in Moldau Mitarbeitende suchte. „Für den UNHCR zu arbeiten war ein Traum“, sagt Olena. Sie machte sich Sorgen, dass ihre Qualifikationen und ihr Englisch nicht ausreichen würden. Doch der UNHCR glaubte an sie. „Ich hätte mir keine bessere Arbeit vorstellen können“, sagt sie lächelnd. „Ich kann mich nicht nur fachlich stark weiterentwickeln – diese Arbeit ermöglicht mir auch, Menschen zu helfen, die sich in derselben Situation befinden wie ich.“

Zugehörigkeit schaffen

Heute arbeitet Olena mit dem UNHCR daran, die Integration von Geflüchteten zu unterstützen. „Integration ist alles“, sagt sie. „Sie hilft Menschen, ihr Leben zurückzubekommen.“ Ihre Tage sind erfüllt davon, Geflüchtete mit Bildungsangeboten, Arbeit und Gesundheitsversorgung zu verbinden. „Ich weiss, wie sie sich fühlen. Ich verstehe sie.“ Ihre Teammitglieder und die moldauische Gemeinschaft haben ihr geholfen, sich zu Hause zu fühlen. „Sie haben mir schöne Orte gezeigt, Traditionen mit mir geteilt und mich sogar zu Festen eingeladen“, sagt sie lächelnd. Sie hat gelernt, moldauische Musik und moldauisches Essen zu lieben – besonders Zeama, eine traditionelle Suppe mit säuerlicher Note.

Vorurteile abbauen

Olena möchte, dass Menschen Geflüchtete mit anderen Augen sehen. „Um mich herum sehe ich unglaublich viele wunderbare Menschen, die trotz schwieriger Lebensumstände nicht aufgegeben haben und versuchen, sich wieder ein normales Leben aufzubauen“, sagt sie. „Was ich in Moldau sehe, sind Menschen, die Arbeit gefunden haben, die Sprache lernen und von denen viele davon träumen, ein eigenes Unternehmen zu gründen und sich weiterzuentwickeln. Sie leben friedlich mit der lokalen Gemeinschaft zusammen.“

Der Weg vor ihr

Olena weiss nicht, was morgen kommt. „Ich lebe im Heute und möchte alles schön machen“, sagt sie. Eines ist sicher: „Moldau und seine freundlichen Menschen, die mich und andere aus der Ukraine aufgenommen haben, werden immer in meinem Herzen bleiben. Und natürlich werde ich meine Erfahrung beim UNHCR nie vergessen.“