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Die Geschichte von Arash

Lernen als Lebensweg

Arash musste aus dem Iran fliehen und baute sich durch Bildung ein neues Leben auf. Heute setzt er sich beim UNHCR, dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, für Bildung als Weg ein, Zukunft zu verändern – geprägt von seiner eigenen Erfahrung und dem Wunsch, anderen zu Sicherheit, Würde und Chancen zu verhelfen.

Arash spricht auf einer UNHCR-Veranstaltung in ein Mikrofon.
Arash steht an einem sonnigen Tag draussen, der sich an eine grosse Säule lehnt.

Neu anfangen

Arashs Geschichte beginnt im Iran, wo seine Familie ihm den tiefen Glauben an die Kraft von Bildung mitgab. Doch als ihre Sicherheit bedroht war, musste die Familie ihr Zuhause verlassen und alles zurücklassen.

Bevor sich Arash und seine Familie in Australien niederliessen, verbrachten sie einige Zeit in Malaysia. Erleichterung und Orientierungslosigkeit lagen nah beieinander. „Alles war neu – Papiere, Busse, Regeln, sogar wie ich mich vorstellen sollte, ohne dass meine Vergangenheit das Gespräch bestimmt“, erinnert er sich.

Die Herausforderungen waren unmittelbar und tiefgreifend. Als Geflüchteter erlebte Arash täglich Unsichtbarkeit und Unsicherheit. „Du wartest. Du bewegst dich innerhalb von Grenzen, die du dir nicht ausgesucht hast. Du willst planen, aber die Erlaubnis zu planen kommt spät – wenn sie überhaupt kommt.“

Bildung, einst ein Grundpfeiler seiner Erziehung, wurde zum Luxus: „Sicherheit wird zu einer ständigen Herausforderung und Sorgen werden Teil des Alltags.“

Einen neuen Weg finden

Arash begann, sich ein neues Leben aufzubauen, indem er zu jeder Chance Ja sagte: Er engagierte sich ehrenamtlich in Jugendprogrammen, bei Veranstaltungen, in der Fallarbeit und als Übersetzer. „Indem ich in Gremien mitarbeitete, Projekte leitete und Wissen weitergab, gewann ich Selbstvertrauen und Würde zurück“, sagt Arash. Doch die Hürden blieben gross – Zweifel an seinen Sprachkenntnissen, an seinen Qualifikationen und das Stigma, Geflüchteter zu sein. „Selbst wenn du alle Kriterien erfüllst, sorgt dein Status für ein Fragezeichen in den Gesichtern der Menschen.“

Seine erste Stelle am HELP College wurde zum Wendepunkt: „Der Präsident der Universität glaubte an mich und investierte in meine Bildung. Dieser Glaube machte aus einem Vielleicht neue Dynamik. Ich war wieder voller Hoffnung und Träume.“ Arash erhielt ein Stipendium für Geflüchtete, machte seinen Abschluss und arbeitete als Ingenieur – während er der humanitären Arbeit weiter verbunden blieb. Nach Stationen bei verschiedenen Nichtregierungsorganisationen kam er schliesslich zum UNHCR. „Zum UNHCR zu kommen, gab dieser Hoffnung Verantwortung“, sagt er. „Es ist das eine, das eigene Leben neu aufzubauen. Es ist etwas anderes, anderen Wege zu eröffnen.“

Eine neue Aufgabe

Heute arbeitet Arash im Team für Private Sector Partnerships beim UNHCR und setzt sich dafür ein, jungen Geflüchteten weltweit Zugang zu Bildung zu ermöglichen. „Ein sicherer Klassenraum, eine bezahlte Lehrkraft und eine Schule, die dich willkommen heisst – das macht es möglich, ein Leben neu zu beginnen“, sagt er. Arash möchte, dass die Welt versteht: „Wir sind nicht nur eine einzige Geschichte. Vertreibung ist eine rechtliche Realität, keine Identität. Wenn Systeme fair und offen sind, stärken Geflüchtete die Gemeinschaften, in denen sie ankommen.“

Nach vorn blicken

Arash widmet seine Arbeit seiner Mutter, deren Opfer seinen Weg möglich gemacht haben. Seine Hoffnung für die Zukunft ist klar: „Dass der Geburtsort eines Kindes niemals begrenzt, was es lernen kann.“ Für ihn sind Bildung und gute Arbeit keine Gefälligkeiten – sie sind das Gerüst von Würde. „Wenn Geflüchtete Zugang zu Schule und Arbeit haben, überleben wir nicht nur. Wir tragen bei – und alles um uns herum kann wachsen.“