Claudes Geschichte
Die Kraft des Spiels
Seit mehr als 30 Jahren setzt sich Claude für Sport für Geflüchtete ein und schafft weltweit sichere Räume für Spiel, Bewegung und Begegnung.


Der Moment, der alles veränderte
Claude und seine Eltern flohen aus Nazi-Deutschland. Diese Erfahrung weckte in ihm ein lebenslanges Mitgefühl und brachte ihn auf einen Weg, den er bis heute – weit in seine 90er hinein – weitergeht. „Du verlässt deinZuhause nicht leichten Herzens“, sagt Claude. „Mir musste keine Person erklären, was es bedeutet, ein Flüchtling zu sein – ich wusste es aus eigener Erfahrung. Dieses Verständnis hat mich dazu bewegt, zum UNHCR zu gehen, und seitdem bin ich der Organisation verbunden.“
Von der Wirtschaft zur humanitären Arbeit
Nach einer erfolgreichen Karriere in Werbung und Public Relations führte eine zufällige Begegnung in Genf mit der damaligen UN-Flüchtlingshochkommissarin Sadako Ogata dazu, dass Claude seinen Kurs änderte: „An einem Freitag verliess ich meinen Job in der Werbung, am darauffolgenden Montag begann ich beim UNHCR.“ Von diesem Moment an wurde er ehrenamtlicher Berater für den UNHCR – eine Rolle, die er bis heute innehat.
Darum ist Sport wichtig
Claude bemerkte eine Lücke in der Unterstützung für Geflüchtete: Die Grundbedürfnisse der Menschen wurden zwar erfüllt, doch vor dreissig Jahren gab es in Flüchtlingslagern keine organisierten Sportangebote. „Wenn die Kinder in den Camps einen Fussball brauchten, gingen unsere Mitarbeitenden ins nächste Dorf und kauften Bälle aus eigener Tasche. Oder die Kinder bastelten sich selbst einen Ball“, erinnert er sich.
Claude erkannte, dass Menschen auf der Flucht – besonders Kinder – sichere Orte brauchen, um neues Selbstvertrauen aufzubauen und neue Verbindungen zu schaffen. Wie er erklärt: „Viele dieser Kinder kommen ohne Begleitung in den Camps an und haben alles verloren – ihre Eltern, Freunde und Freundinnen, ihr Zuhause und ihre Schule. Sport hilft ihnen, neue soziale Bindungen aufzubauen und wieder ein Gefühl von Zugehörigkeit zu entwickeln. Besonders Teamsport fördert Austausch und Gemeinschaft – und genau das ist entscheidend für ihre Erholung und Entwicklung.“
Von Volleyballfeldern bis Fussballplätzen begann Claude, bei Sportverbänden anzuklopfen, um diese Ideen Wirklichkeit werden zu lassen. Daraus entstanden erfolgreiche Kooperationen, die Ausrüstung bereitstellten und organisierte Sportprogramme in verschiedenen Camps finanzierten – eine Arbeit, die bis heute weitergeht.
Das kann ein Leben lehren
Durch seine Arbeit mit dem UNHCR hat Claude immer wieder die unglaubliche Stärke und Widerstandskraft von Geflüchteten erlebt. Er sagt: „Diese Begegnungen inspirieren mich, unsere Arbeit fortzusetzen – im Wissen, dass es inmitten aller Herausforderungen unzählige Geschichten von Hoffnung und Menschlichkeit gibt, die erzählt und unterstützt werden sollten.“
Seine Botschaft an die Welt ist klar: „Das sind Menschen, die der Welt viel zu geben haben. Sie wollen etwas beitragen. Verschliesst nicht die Augen.“




