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Neue IKEA Studie: Österreich fehlt das Wasser-Bewusstsein

V.l.: Florian Thalheimer (Country Sustainability Manager IKEA), Lena Wittmann (Studienleiterin, Marketagent), Uwe Blümel (PR Leader IKEA)
Wie steht es vor dem Hintergrund von aktuellen Hitzeereignissen, Tropennächten, Dürre-Perioden und regionaler Wasserknappheit mit dem Bewusstsein zu den Themen Wasserverbrauch und Wassersparen in den österreichischen Privathaushalten? Deutlich ausbaufähig, wie die Ergebnisse einer repräsentativen Studie von IKEA Österreich mit dem Umfrageinstitut Marketagent nun auch erstmals anhand von Daten belegen.

Eines steht bereits fest: Auch 2022 wird als neuer Rekordhitzesommer in die Geschichte eingehen. Bis zu 36 Grad in Wien, im dürre-geplagten Nachbarland Italien wurde Anfang Juli sogar erstmals die Verwendung von Trinkwasser etwa für die Gartenbewässerung unter Strafe gestellt, der Wasserstand des Neusiedlersees verringert sich kontinuierlich und der Zicksee im Burgenland ist gar ausgetrocknet. Gleichzeitig erlebten wir 2022 auch wieder dramatische Überflutungen und Hochwasser-Ereignisse. Das Wasser ist aus seiner Balance geraten. Auch in Österreich.

 

Wassersparen in Privathaushalten - ein blinder Fleck

Die am 9. August 2022 vorgestellten Studien-Ergebnisse von IKEA Österreich und Marketagent sind die bisher ersten, die konkrete Einblicke in das Wasserspar-Verhalten in Österreichs Privathaushalten gibt. Und das, obwohl Österreichs Haushalte keinen unwesentlichen Teil des gesamten Wasserverbrauchs in Österreich in Anspruch nehmen. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus gibt an, dass sich 24 Prozent des gesamten Wasserbedarfs in Österreich aus den Nutzungen von privaten Haushalten und den aus der öffentlichen Wasserversorgung mitversorgten öffentlichen Einrichtungen, Gewerbe-, Industrie- und Landwirtschaftsbetrieben sowie Haushalte mit Eigenversorgung zusammensetzen. „Bei IKEA beschäftigen wir uns intensiv mit dem Klimawandel und dem verantwortungsvolleren Umgang mit Ressourcen. Das Thema Wasser ist dabei als zentrale Grundlage allen Lebens von höchster Bedeutung. Wir wollen alle Menschen dabei unterstützen, verantwortungsvoll mit Wasser umzugehen - vor allem zuhause, in unseren eigenen vier Wänden“, so Florian Thalheimer, Country Sustainability Manager bei IKEA Österreich. 

 

Wissen über Wasser ist ausbaufähig

Ein nur gering ausgeprägtes Bewusstsein bis hin zu einem fast sorglosen Umgang mit der Ressource Wasser im privaten Bereich spiegelt sich in den erhobenen Daten wider: Mehr als drei Viertel (76,1 Prozent) der österreichischen Bevölkerung wissen nicht, wie viel Wasser in ihrem Haushalt verbraucht wird und knapp ein Drittel (30,5 Prozent) weiß nicht, woher das Leitungswasser im eigenen Haushalt stammt. „Es geht uns sicher nicht darum, Unwissen anzuprangern – ganz im Gegenteil. Wir wollen durch die Veröffentlichung der Studienergebnisse wichtige Anstöße dazu geben, dass wir uns als Gesellschaft hin zu einem bewussteren Umgang mit unserem Wasserverbrauch entwickeln. Die meisten von uns haben derzeit kein Bewusstsein dafür, was wir alle mit unserem Wasser tagtäglich tun“, so Florian Thalheimer.

 

Täglicher Wasserverbrauch wird unterschätzt

Nur 15,7 Prozent der Österreicher:innen schätzen ihren täglichen Pro-Kopf Wasserverbrauch annähernd realistisch ein. Die Mehrheit (65,4 Prozent) glaubt, dass jeder Mensch weniger als 50 Liter Wasser pro Tag verbraucht. Mit einer Durchschnitts-Einschätzung von 61 Litern pro Kopf und Tag glauben die Österreicher:innen, dass sie weniger als halb so viel Wasser verbrauchen, als sie es tatsächlich tun. Der Median-Wert aller Angaben entspricht überhaupt nur einen Wert von 30 Litern pro Tag. Der berechnete Durchschnitt beim direkten Wasserverbrauch für Kochen, Trinken, WC, Waschen, Gießen und Reinigen sind jedoch 130 Liter pro Kopf und Tag. Zum Duschen und Baden etwa werden davon rund 22 Prozent (28,6 Liter) verwendet und für die Toilettenspülung 25 Prozent (32,5 Liter). Im Außenbereich (Pool, Pflanzen etc.) werden 14 Prozent (18,2 Liter) verbraucht. Durch die Wasserhähne in Bad, WC und Küche fließen 27 Prozent (35,1 Liter). „Hier sieht man eine große Diskrepanz zwischen der Schätzung der heimischen Bevölkerung und dem tatsächlichen Wasserverbrauch“, fasst Studienleiterin Lena Wittmann von Marketagent die Ergebnisse zusammen.

 

Wenn aus einem kleinen Tropfen Wasser 28 Badewannen werden

Über 40 Prozent der Befragten gaben an, dass sie entweder in der Vergangenheit einen tropfenden Wasserhahn in ihrem Zuhause hatten (34,4 Prozent) oder sogar aktuell einen haben (5,9 Prozent). Bei defekten WC-Spülkästen ergibt sich ein ähnliches Bild: 36 Prozent gaben an, dass es im Haushalt in der Vergangenheit bereits einen WC-Spülkasten gab, der nach der Spülung nicht ordnungsgemäß stoppte und Wasser durchlaufen ließ. Ganze 5 Prozent erleben aktuell eine derartige Spülkasten-Situation in ihrem Haushalt. „Ein tropfender Wasserhahn oder ein defekter WC-Spülkasten sind kurzfristig kein Beinbruch. Aber ich rate allen, dass solche Probleme schnellstmöglich behoben werden. Ein einziger tropfender Wasserhahn verschwendet bei 8 Milliliter Wasserverlust pro Minute – das sind etwa 16 Tropfen – aufs Jahr gerechnet 4.200 Liter oder 28 volle Badewannen.“, so Thalheimer. 

Gute Nachrichten: Die größten Irrtümer sind keine mehr

Ein Klassiker unter den Falscheinschätzungen beim Thema Wasserverbrauch ist die Annahme, dass Duschen wassersparender sei als Baden. Eine volle Badewanne fasst rund 150 Liter Wasser. Eine 10-minütige Dusche mit einem herkömmlichen Duschkopf verbraucht fast die gleiche Wassermenge (zwischen 12 und 15 Liter pro Minute). Mehr als zwei Drittel der Befragten glauben, dass eine Dusche gegenüber der Badewanne Wasser spart. Hier ist auffällig, dass der Anteil jener, die das glauben, mit dem Alter sehr stark ansteigt. Bei den 18 bis 29 Jahre alten Befragten sind es nur 53,2 Prozent, die dies annehmen, bei den 60 bis 69-jährigen sind es 77,1 Prozent. „Die Jüngeren schätzen die Situation in puncto Wasserverbrauch beim Duschen also etwas realistischer ein als die ältere Generation“, so Studienleiterin Lena Wittmann. „Es muss irgendwann in der Vergangenheit eine größere Diskussion zu diesem Thema gegeben haben, die diese Meinung manifestiert hat. Diese Signifikanz beim Alter ist sehr auffällig“, erklärt Wittmann. In der Badewanne gibt es kein richtig sinnvolles Einsparungspotenzial – halbvoll ist nur halb so schön. In der Dusche wird man jedoch rasch zum Wasserspar-Sieger: „Unsere modernen IKEA Duschköpfe haben etwa ein Einsparungspotenzial von 40 Prozent der Wassermenge bei gleichbleibendem Wasserdruck und gleichem Komfort- und Hauterlebnis. Die Technologie ist auch leistbar – unser günstigster Wasserspar-Duschkopf Lillrevet kostet beispielsweise 4 Euro. Aufs Jahr gerechnet könnte durch solche wassersparenden Armaturen in der Dusche jeder Mensch in Österreich 4.176 Liter Wasser bzw. 28 volle Badewannen einsparen“, so Florian Thalheimer von IKEA Österreich.

 

Einsparungspotenziale werden unter- und überschätzt

Das Einsparungspotenzial von wassersparenden Armaturen mit Strahlreglern wird nur von rund einem Viertel der Befragten realistisch eingeschätzt: Dieses Einsparungspotenzial liegt bei rund 40 Prozent. 57,9 Prozent glauben, dass das Potenzial deutlich geringer ausfällt und nur 16,2 Prozent denken, dass die Technik mehr Wasser sparen kann. Die jährliche Kostenersparnis, die durch eine Investition in wassersparende Armaturen machbar ist, wird hingegen von 88 Prozent weit überschätzt und nur von rund 11 Prozent der Befragten richtig eingeschätzt.  Die Kostenersparnis liegt bei einem Durchschnittshaushalt mit vier Personen und einem Verbrauch von rund 10.000 Liter Wasser pro Jahr (ca. 55 volle Badewannen) bei einem Betrag zwischen 15 und 30 Euro (je nach Region liegt der Preis pro Liter Wasser in Österreich zwischen 0,0015 und 0,003 Euro). Dass dies bei weitem nicht den von den Befragten durchschnittlich erwarteten 237 EUR pro Jahr entspricht, liegt an den im weltweiten Vergleich extrem niedrigen Kosten des österreichischen Leitungswassers. „Wer Wasser spart, tut das vor allem für die Umwelt und erst in zweiter Linie für die Geldbörse“, erklärt Florian Thalheimer. 

 

Jede:r von uns spült jeden Tag über 30 Liter Trinkwasser das WC hinunter

Einer der größten Wasserfresser im Privathaushalt ist das WC – 25 Prozent des von uns verbrauchten Trinkwassers wandern direkt in die Kanalisation. Bei jeder Spülung verbrauchen wir auf Knopfdruck – je nach Art und Alter des Spülkastens – zwischen 3 und 14 Liter Wasser. Dieses Wissen ist auch breit verankert: 10,5 Liter Wasser pro Spülung ist die durchschnittliche Einschätzung der Befragten. 

 

Selbstbenotung: „Gut“

Vor all diesen Hintergründen untersuchte die Studie schließlich auch, wie sich die Österreicherinnen und Österreicher beim Thema Wassersparen selbst einschätzen. Durchschnittlich geben sich die Befragten auf einer Schulnotenskala die Note „gut“ bzw. den Durchschnittswert 2,3. Auf die Frage, was zum Thema Wassersparen bereits im Haushalt gemacht wird, geben 77 Prozent an, ihre Waschmaschinen optimal zu beladen, 75,9 Prozent vermeiden nach Möglichkeit laufende Wasserhähne und ein Drittel (33,5 Prozent) nutzt Regenwasser zum Pflanzengießen. Lediglich ein Viertel (24,7 Prozent) benutzt wassersparende Armaturen, 31,4 Prozent haben ihre Wasserhähne optimal eingestellt und erst knapp ein Drittel (32,2 Prozent) hat wassersparende Duschköpfe in Verwendung. 3,5 Prozent geben an, dass sie keinerlei Maßnahmen beim Thema Wassersparen setzen. „Wir sehen, dass es durchaus Bemühungen gibt, um Wasser im Alltag zu sparen. Neben Spartipps gibt es auch kostengünstige Produkte, die effizient den Wasserverbrauch reduzieren“, so Thalheimer, der dafür auch ein Produkt aus dem IKEA Sortiment empfehlen kann: „Mit unserer ÅBÄCKEN Zerstäuberdüse, die ganz einfach auf Wasserhähnen angebracht werden kann, spart man im Sprühnebelmodus bis zu 95 Prozent Wasser – die Düse dosiert den Wasserfluss so, dass Wasser und Energie für die Warmwasseraufbereitung gespart wird, ohne Abstrich bei der Handhygiene machen zu müssen.“

 

Die Zukunft des Wassers in Österreich

Das Wasser-Gesamtvolumen wird sich in Österreich in den nächsten Jahren nicht maßgeblich verändern, aber die Intensität, die Verteilung im Jahresverlauf und der Aggregatzustand des Wassers werden uns laut Expert:innen immer intensiver beschäftigen. Auf die Frage, ob in den nächsten 10 Jahren mit einem Wassermangel in Österreich zu rechnen sei, sagen 46,7 Prozent der Befragten, dass das sehr wahrscheinlich oder eher wahrscheinlich sei. Expert:innen prognostizieren zwar bis 2050 einen steigenden Wasserbedarf in Österreich – vor allem ausgelöst durch das weitere Bevölkerungswachstum und den Klimawandel –, geben aber eine moderate Entwarnung: Nur in Worst Case-Szenariorechnungen wird es in einigen Regionen Österreichs so sein, dass mehr Wasser verbraucht wird, als die Region über Grundwasser verfügt. Einzelne Regionen werden jedoch unter lokalen Dürren leiden, die schwere Auswirkungen auf Natur und Menschen haben können. „Österreich ist ein enorm wasserreiches Land mit einer exzellenten Trinkwasserqualität. Der Klimawandel verändert aber auch hierzulande die Ressourcenverteilung beim Wasser und es gibt Regionen, die temporär unter Wasserknappheit leiden. Wir alle können einen positiven Beitrag leisten und mit kleinen Investitionen und simplen Verhaltensänderungen beim Thema Wassersparen noch großes bewegen,“ so Florian Thalheimer abschließend.

V.l.: Florian Thalheimer (Country Sustainability Manager IKEA), Lena Wittmann (Studienleiterin, Marketagent) und Uwe Blümel (PR Leader IKEA)

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Die Ergebnispräsentation in Vösendorf

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V.l.: Wittmann und Thalheimer bei der Präsentation der Ergebnisse

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