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Zero Waste – nachhaltig agieren in der Küche

(30.07.2021) Wenn uns jemand sagen würde, dass wir einen Drittel unseres Wocheneinkaufs in den Müll werfen sollen, dann würden wir diese Person höchstwahrscheinlich für verrückt halten. Doch in der Realität sieht es aktuell so aus. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) landen pro Jahr 1,8 Milliarden Tonnen Lebensmittel direkt im Müll – 18 Millionen davon allein in Deutschland. Eine Summe, die man zwar überall hört, aber bei genauerer Betrachtung kaum glauben kann. Dabei kann Zero Waste vor allem in der Küche ganz einfach sein – wenn man weiß, worauf man achten muss. Lasst euch von unseren Tipps inspirieren!

Ein grüner Salat ermöglicht die komplette Verwertung von Radieschen – 100% Zero Waste.

Vom Blatt bis zur Wurzel

„Leaf to Root“(Blatt bis Wurzel) nennt man die Küche, die analog zum Trend „Nose to Tail“ (Schnauze bis Schwanz) die ganze Pflanze zu schmackhaften Gerichten verwertet. Blätter von Kohlrabi, Radieschen- oder Karottengrün, Kartoffelschalen oder der Strunk von Brokkoli wandern meist sofort in den Müll. Dabei ist es ganz einfach, mit den Resten köstliche Kreationen zu zaubern. Die Sterneküche macht es vor: Pflanzenabschnitte und Gemüseschalen sind für die Kochstars der neue Trend und ermöglichen komplett andere, ungewöhnliche und äußerst leckere Gerichte zu kochen.

Dabei geht die Zero-Waste-Küche, also das Kochen ohne Abfall, weit über die Gemüsebrühe aus den Schalen und Resten von Zwiebeln, Karotten etc. hinaus! Der Brokkolistrunk lässt sich beispielsweise in vielen Varianten verzehren: Hauchdünn gehobelt, könnt ihr ihn im Salat genießen. Oder ihr zaubert daraus einen tollen Aufstrich: In Würfel geschnitten und in Salzwasser gegart, wird der Strunk mit gekochten Kichererbsen oder weißen Bohnen zu einem leckeren Aufstrich püriert – köstlich würzen und auf einer Scheibe knusprigem Brot genießen! Eine komplette Verwertung funktioniert auch mit einem Bund Radieschen: Die Blätter eignen sich wunderbar für einen grünen Salat und die Radieschen selbst kommen natürlich als Topping obendrauf.

Nährwertreiche Reststoffe

In den Blättern des Gemüses stecken häufig die meisten Nährstoffe, wie zum Beispiel Vitamin C im Kohlrabi-Grün. Da wäre es doch allein aus diesem Grunde viel zu schade, die Blätter einfach wegzuwerfen. In sehr feine Streifen geschnitten, kann man die Kohlrabi-Blätter ähnlich wie Spinat verwenden, beispielsweise für eine Pasta-Soße: Einfach kleine Zwiebelwürfel in Butter glasig dünsten und die feinen Streifen darin anbraten. Etwas Gemüsebrühe angießen, abgedeckt ca. zehn Minuten weich köcheln, anschließend mit Meersalz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen.

Unpraktisches Grünzeug, was im Kühlschrank nur stört, gibt es nicht! Im unscheinbaren Grün von Karotten steckt beispielsweise jede Menge Geschmack, dass sich für ein leckeres Salz nutzen lässt – ein tolles Beispiel für die Leaf-to-Root-Küche.

Zero Waste ist nicht nur eine ökologische Lebensweise – es ist vielmehr ein Zeichen für eine bessere und nachhaltigere Zukunft. Mit der Resteverwertung sagen wir der Lebensmittelverschwendung den Kampf an. Das ist nicht nur für das Klima ein riesiger Vorteil, sondern reguliert unseren eigenen Konsum und spart zudem noch Geld!

Die Leaf-to-Root-Küche ist voller Überraschungen: Das Grün von Karotten eignet sich zum Beispiel optimal für köstliches Salz.

Über die Autorin: Bianca Mathée

Meine Aufgabe bei IKEA ist das Bloggen, speziell über Food-Themen. Deshalb ist mein Lieblingsstück von IKEA auch die praktische Spülbürste PLASTIS – mit der geht der Abwasch wie von selbst von der Hand. Zu meinen heimlichen Leidenschaften zählen neben klassischen Kochbüchern Social Apps wie Snapchat und Instagram. Mein größter Traum wäre ein kostenloses Abo für alle Kochbücher dieser Welt oder einfach drei Wochen Urlaub in Südafrika.