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Mit Tunnbröd gegen den Lockdown-Blues

Küchenchef Alex Magnusson verrät sein aktuelles Lieblingsrezept: Traditionelles schwedisches Tunnbröd.

(12.02.2021) Die viele Zeit, die wir aktuell zu Hause verbringen, stellt uns in vielerlei Hinsicht auf die Probe. Und auch die tägliche Essensplanung birgt so ihre Tücken. Ist an alle Zutaten gedacht und ist es auch genug? Um euch das Leben etwas zu erleichtern, haben wir eine leckere und einfache Rezeptidee für ein besonderes Brot, das auch super zur Resteverwertung verwendet werden kann. Und das Beste: unser Tunnbröd-Rezept kommt direkt aus Schweden.

Wir haben unseren Küchenchef Alex Magnusson gefragt, ob es ein Lieblingsgericht gibt, das er sich gerne zu Hause zubereitet. Am besten etwas Einfaches und Leckeres, das sich als perfektes Mittagessen für die ganze Familie eignet. Alex’ Antwort: traditionelles schwedisches „Tunnbröd“, ein Brot für die Seele, das wir jetzt wirklich gut gebrauchen können. Alex ist gelernter Koch und hat schon immer auf besondere Weise mit Essen zu tun gehabt. Bereits in seiner Kindheit haben Lebensmittel in seiner Familie eine wichtige Rolle gespielt.

Alex’ Geschichte mit dem Essen

„Wir verbrachten den Sommer meist bei unseren Großeltern in Schweden und in Frankreich. Ich erinnere mich, wie ich frühmorgens mit meinem Großvater den Fang der letzten Nacht aus unseren Fischnetzen holte. Dazu pflückten wir Beeren und Pilze und verbrachten den Tag mit einem Picknick auf einer abgelegenen Insel“, erzählt Alex.

Bei IKEA entwickelt er neue Gerichte für die Einrichtungshäuser auf der ganzen Welt. Bisher lag sein Schwerpunkt dabei auf neuen Food-Konzepten für die City Stores. Wie viele andere Menschen auch, arbeitet Alex zurzeit im Homeoffice, weshalb er aus seinem Büro in der IKEA Küche in seine eigene Küche in Malmö umzog.

Alex, wie schaffst du es aktuell, zu Hause gesund und sicher zu bleiben?

„Ich denke, so wie alle anderen auch, was bedeutet: oft die Hände waschen und im Aufzug und im Lebensmittelladen auf sichere Distanz gehen. Ich vermisse den Sport sehr, aber ich versuche, zwischen Meetings Fitness zu treiben oder auch mal joggen zu gehen. Bei so viel Zeit zu Hause ist es einfach unmöglich, nicht zu essen – daher esse ich die ganze Zeit.

Ob im schwedischen Holzofen, in der Gusseisenpfanne oder auf dem Pizzastein – überall gelingt das Tunnbröd und wird lecker.
Bereits als Kind hatte Alex eine besondere Beziehung zu Essen und kocht daher heute mit großer Leidenschaft.

Hast du neue Gewohnheiten entwickelt?

„Zu Hause hat das Backen wieder Einzug gehalten und meine Familie ist sehr glücklich darüber, denn so gibt’s fast jeden Tag frisch gebackenes Brot. Und zurzeit backen wir sehr oft Tunnbröd, das traditionelle schwedische Fladenbrot.“

Was ist das Besondere am Tunnbröd?

„Seine Vielseitigkeit! Es passt ebenso wunderbar zu Erdbeeren mit Sahne wie zu übrig gebliebenem Tikka Masala. Da wir jetzt praktisch alle Mahlzeiten zu Hause essen, füllen sich die Kühlschränke mit Essensresten. So kannst du dein Tunnbröd immer wieder mit neuen spannenden Sachen füllen. Und es ist auch perfekt fürs Frühstück — einfach in den Toaster damit!“

Welche Tipps hast du für alle, die Tunnbröd zum ersten Mal backen?

„Macht euch keine allzu großen Sorgen, wenn es beim ersten Mal nicht schön rund ist. Tunnbröd schmeckt herrlich, egal welche Form es hat. Und wenn ihr kein genopptes Nudelholz habt, nehmt einfach eine Gabel und stecht ganz viele Löcher in den Teig“, sagt Alex.

Das Brot-Rezept: traditionelles schwedisches Tunnbröd in fünf einfachen Schritten

Alex hat die Zubereitung von Tunnbröd in fünf Schritte unterteilt, wobei man bei jedem Schritt den Teig gehen lassen muss. Das Brot kann entweder in einem schwedischen Holzofen oder in einer Gusseisenpfanne auf dem Herd gebacken werden. Mit einem Pizzastein für den Backofen oder Grill geht es aber auch. Wer Zeit und Geduld mitbringt, kann den ersten Schritt auch am Vortag ausführen und bekommt dadurch einen angenehm säuerlichen Geschmack – fast wie bei einem Sauerteig. Je nach Wahl des Mehls, wird die Flüssigkeit unterschiedlich aufgenommen. Wenn sich der Teig fast von selbst von der Schüssel löst, hat er die perfekte Konsistenz.

Tunnbröd-Schritt 1:

Du brauchst:

  • 12,5 g frische Hefe oder ¼ Päckchen Trockenhefe
  • 425 ml warme Milch
  • 75 g grobes Roggenmehl (zum Beispiel Type 1800)
  • 300 g feines Roggenmehl (zum Beispiel Type 997 oder 1150)

Löse die frische Hefe in warmer Milch auf und füge das Mehl hinzu. Trockenhefe wird zuerst unter das Mehl gemischt und dann die Milch hinzugefügt. Alles gut vermischen und die Schüssel mit einem Küchentuch bedecken. Der Teig muss etwa 20 Minuten gehen und sollte die doppelte Größe erreichen. Wird der Teig am Vortag zubereitet, sollte er zunächst 10 Minuten bei Zimmertemperatur gehen und dann über Nacht im Kühlschrank ruhen.

Die wohl wichtigste Zutat des Rezepts ist Geduld, denn der Teig muss zwischen den einzelnen Schritten ruhen und aufgehen.
Nachdem der Teig aufgegangen ist, kann er in mehrere gleich große Stücke geschnitten werden.

Tunnbröd-Schritt 2:

Du brauchst:

  • 375 ml warme Milch
  • 125 g geschmolzene Butter
  • 100 ml Wasser
  • 15 g Salz
  • 5 g Hirschhornsalz
  • 800 g Weizenmehl (zum Beispiel Type 550)

Lege den Teig in eine große Schüssel und füge warme Milch, geschmolzene Butter, Wasser und Gewürze hinzu. Nun vermische alles kurz. Vermenge Mehl, Salz und Hirschhornsalz in einer zweiten Schüssel und füge das Gemisch zum Teig in der großen Schüssel hinzu. Knete alles mit einem Holzlöffel oder deinen Händen zu einem sehr groben Teig. Bedecke die Schüssel erneut für 30 Minuten, bis der Teig seine doppelte Größe erreicht hat.

Tunnbröd-Schritt 3:

Stürze den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche. Schneide ihn z.B. mit einem Teigmesser in gleich große Stücke und forme sie zu etwa 25 Kugeln. Lege die Kugeln auf ein leicht geöltes oder mit Backpapier ausgelegtes Backblech und bedecke sie mit einem Küchentuch. Lasse die Teigkugeln erneut gehen, bis sie ihre Größe verdoppelt haben. Alternativ können sie auch über Nacht im Kühlschrank weiter aufgehen und am nächsten Tag zubereitet werden.


Galerie


Tunnbröd-Schritt 4:

Jede Kugel muss auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit einem Nudelholz ausgewellt werden und anschließend mit einem genoppten Nudelholz oder einer Gabel bemustert werden. Die Fladen werden von beiden Seiten einige Minuten gebacken und anschließend abgedeckt, um ein Austrocknen zu verhindern. Zu viel gebackene Brote können ganz einfach gestapelt und in einer Plastiktüte eingefroren werden.

Tunnbröd-Schritt 5:

Die Tunnbröd können nach Belieben belegt werden. Alex empfiehlt einen süßen Aufstrich namens „messmö“, das schwedische Dulce de Leche oder Blaubeermarmelade und Sahne. In der herzhaften Variante nimmt er gerne Würstchen, Kartoffelbrei, Shrimps, Senf, Lachs, Falafel, PLANTBULLAR, Eier oder übrig gebliebene Soßen.

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Ob süß oder salzig – Tunnbröd kann sehr vielseitig zubereitet werden.

Über die Autorin: Claudia Seibert

Zu meinem alltäglichen Arbeitsbereich gehört die Kommunikation vieler spannender Themen rund um IKEA Deutschland. Mein aktuelles Lieblingsprodukt von IKEA ist die VINDKAST Lampe. Sie hängt in meinem Schlafzimmer und macht ein wunderschön verträumtes Licht. Meine nicht ganz so geheime Leidenschaft ist das Backen und Kochen. Ich probiere gerne neue Rezepte aus und lasse mein Umfeld daran teilhaben. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir mehr Liebe auf der Welt wünschen – mehr Liebe zu unserer Erde, zu unseren Mitmenschen und zu uns selbst.