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Mehrweg für eine nachhaltigere Zukunft: Im Gespräch mit den RECUP-Gründern

(23.01.2023) Seit dem 1. Januar 2023 sind Gastronomiebetriebe verpflichtet, für ihre Speisen und Getränke Mehrwegalternativen zu Kunststoffeinwegverpackungen und Einwegbechern anzubieten. Wir bei IKEA haben bereits im Sommer 2022 in drei IKEA Einrichtungshäusern das Mehrwegsystem RECUP und REBOWL getestet und im Oktober 2022 begonnen, es in all unseren IKEA Einrichtungshäusern in Deutschland einzuführen. Wir haben uns mit den beiden Gründern von RECUP und REBOWL sowie dem Projektverantwortlichen bei IKEA unterhalten, um euch das neue Angebot bei IKEA genauer vorzustellen.

Die RECUP-Gründer im Interview

Hej Fabian, Hej Florian, wie kamt ihr zu der Idee für RECUP und REBOWL?

Die Idee für ein Mehrwegsystem hatten wir unabhängig voneinander im Studium. Uns beide störte der unverhältnismäßig hohe Verbrauch von Einwegbechern. Durch einen Zufall sind wir mit der Idee zusammengekommen und haben beschlossen, sie in die Tat umzusetzen. Um eine flächendeckende Variante des Systems testen zu können, starteten wir gemeinsam im November 2016 zunächst ein Pilotprojekt in Rosenheim. Das System kam bei den 26 Testpartnern gut an und so folgten im Mai 2017 bereits 50 weitere Partner in München. Mittlerweile gibt es RECUP und REBOWL bundesweit an über 20.000 Ausgabestellen.

Wie funktioniert das Mehrwegsystem und welche Vorteile bietet es? Was unterscheidet euch von anderen Anbietern?

Das RECUP/REBOWL-Mehrwegsystem funktioniert unkompliziert und lässt sich leicht in den Alltag integrieren. Kund*innen können ihr Getränk oder Gericht bei einem der Partner gegen einen Euro Pfand im RECUP und fünf Euro Pfand in der REBOWL bestellen und unterwegs genießen. Um das Pfand zurückzuerhalten, können die leeren Pfandbehälter bei allen deutschlandweit über 20.000 RECUP/REBOWL-Partnern wieder abgegeben werden. Alle teilnehmenden Betriebe lassen sich über die kostenlose App oder unter www.recup.de einsehen. Die Partnerbetriebe spülen die Mehrwegbehälter und können sie daraufhin an die nächsten Kund*innen wieder ausgeben. Das RECUP/REBOWL-Mehrwegsystem ist unkompliziert und inklusiv. Es orientiert sich am deutschen Flaschenpfandsystem, um es als analoges Mehrwegsystem der Masse zugänglich zu machen.

Fabian Eckert und Florian Pachaly gründeten 2016 das Unternehmen reCup GmbH und bieten mit ihrem Mehrwegsystem eine einfache und nachhaltige Alternative zu Einwegverpackungen. ©RECUP
Lebensmittel und Getränke aus dem IKEA Restaurant einfach mitnehmen und umweltfreundlich genießen – RECUP und REBOWL machen es möglich!

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit IKEA?

IKEA wollte Einwegmüll einsparen und war an der Einführung des RECUP/REBOWL-Mehrwegsystems interessiert. Wir hatten natürlich auch großes Interesse, mit IKEA als großen bekannten Partner zusammenzuarbeiten und gemeinsam auf Mehrweg aufmerksam zu machen. Im Januar 2021 starteten die Vorbereitungen für die erste Testphase bei IKEA Köln-Godorf. Diese wurde auf zwei weitere IKEA Einrichtungshäuser in Düsseldorf und Ulm ausgeweitet. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Pilotphasen begann im Oktober 2022 schließlich die Einführung in allen IKEA Einrichtungshäusern in Deutschland.

Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus?

Unsere Vision ist es, den Verpackungsmarkt weiter zu revolutionieren und Einwegverpackungen langfristig vollständig durch Mehrwegalternativen zu ersetzen. Wir haben mittlerweile deutschlandweit über 20.000 Ausgabestellen erreicht und gemeinsam mit unseren bestehenden und neuen Partnern arbeiten wir täglich daran, dieser Vision näherzukommen. Zur Zeit befassen wir uns mit vielen spannenden Projekten, Produkten und dem digitalen Pfand. Auch das Ziel, eine Lösung für den Liefersektor zu entwickeln und anzubieten, steht im Moment im Fokus. Wir planen, unsere Marktführerschaft gerade im Restaurant- und Lieferdienstbereich sowie unsere Infrastruktur umfangreich auszubauen, um Mehrweg zur neuen Norm zu machen.

Mehrwert mit Mehrweg: So kam RECUP zu IKEA

Hej Rene, du bist Food Operations Leader bei IKEA Deutschland. Warum habt ihr euch bei IKEA für RECUP entschieden? 

RECUP bietet mit seinen mittlerweile über 20.000 Rücknahmestellen für Mehrweggeschirr einfach das aus unserer Sicht beste Angebot. Die einfache Handhabung im Alltag und die schnelle Akzeptanz bei unseren Kund*innen hat uns schließlich von dem System überzeugt.

Wie lief die Testphase in den ersten drei IKEA Einrichtungshäusern?

Die Testphase in den ersten drei Einrichtungshäusern verlief erfolgreich. Wir haben gesehen, dass das RECUP System in größeren städtischen Gebieten besser angenommen wird als in ländlichen Gegenden. Seit Januar 2021 hat sich die Zahl der Rückgabestellen für RECUPS und REBOWLS verdoppelt, immer mehr Unternehmen schließen sich dem System an, was die Entscheidung für ein nachhaltiges Mehrwegsystem vereinfacht.

Welches Feedback bekommt ihr von Kund*innen und Mitarbeiter*innen?

Das Feedback der Kund*Innen und Mitarbeiter*innen war ausschließlich positiv. Wir haben dazu mehrere Befragungen durchgeführt, besonders positiv wurde wahrgenommen, dass durch diese Maßnahme die Umwelt entlastet und weniger unnötiger Müll verursacht wird.

Wie sehen die Pläne von IKEA in der Zukunft aus, um Abfälle zu vermeiden?

Mit der Einführung des Systems Waste Watcher, mit dem wir unsere Lebensmittelabfälle erfassen und analysieren können, haben wir den ersten Schritt gemacht und konnten das in unseren Einrichtungshäusern weggeworfene Essen um 50 Prozent reduzieren. Die Einführung von RECUP und REBOWL hilft uns zusätzlich dabei, weniger Einwegverpackungen zu verwenden und somit unnötige Abfälle zu vermeiden. Die nächsten Schritte gehen dahin, den sogenannten „Post-Consumer Waste“, also die Speisereste, die nach der Rückgabe der Teller in unseren IKEA Restaurants anfallen, zu erfassen und weiter zu optimieren. Soweit möglich und hygienisch umsetzbar, wollen wir außerdem die Einwegverpackungen zum Beispiel bei Portionsware wie Ketchup, Mayonnaise und Schokoladenaufstrich reduzieren.

Vielen Dank für die spannenden Einblicke! Du möchtest mehr darüber erfahren, wie IKEA die Umwelt schützt? Dann wirf einen Blick in den Beitrag über die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft für uns!

Nach dem Test im vergangenen Jahr wurde RECUP in allen deutschen IKEA Einrichtungshäusern eingeführt.

Über die Autorin: Denise Greiner

Hej! Mein Name ist Denise Greiner. In der Kommunikationsabteilung von IKEA arbeite ich an spannenden Geschichten rund um unsere Produkte und unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten. Zu meinen Lieblings-Möbeln von IKEA gehört meine heißgeliebte MALM Kommode. Sie bietet mir auch in meiner kleinen Wohnung viel Stauraum und macht durch ihr vielseitig kombinierbares Design auch all meine Umdekorierungsaktionen mit. Zu meinen Leidenschaften zählen Sport, Reisen, in der Natur unterwegs sein, die (Nicht-)Farbe Schwarz, Lesen, immer wieder neue Dinge auszuprobieren und vieles mehr. Langweilig wird mir nie!


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