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Naturkosmetik einfach selbst machen

© NABU/Jule Roschlau

(21.11.22) Wer verstehen will, welche Inhaltsstoffe in handelsüblichen Kosmetikprodukten stecken, braucht schon fast ein Chemiestudium. Auf der Verpackung findet sich zwar eine Liste der Zutaten, aber die ist meist lang und schwer verständlich. Und so ist es kein Wunder, dass den meisten Menschen nicht bewusst ist, was sie sich da ins Gesicht und auf die Hände schmieren – oder in Form von Zahnpasta in den Mund stecken. Das ist problematisch, weil längst nicht alle Inhaltsstoffe harmlos sind – weder für uns Menschen noch für die Umwelt.

Für die Handcreme braucht es nur Kakaobutter, Mandelöl, Kokosöl, Sheabutter und nach Belieben ein paar Tropfen ätherisches Öl. © NAJU NRW/Emily Oehlert

Problematisch für Gesundheit und Umwelt

Gesundheitlich problematisch können zum Beispiel Parabene sein. Sie dienen in konventionellen Shampoos und Zahnpasten als Konservierungsstoff, stehen aber im Verdacht, hormonell wirksam zu sein. Einige in Kosmetika verwendeten Duftstoffe können Allergien auslösen. Künstliche Moschus-Düfte entpuppten sich im Tierversuch als hormonell wirksam und sogar krebserregend. Und das sind nur einige Beispiele.

Auch für die Umwelt sind manche Inhaltsstoffe kritisch: Um etwa konventionelles Palmöl zu gewinnen, wird der Regenwald abgeholzt. Und in vielen Produkten steckt Mikroplastik, also winzig kleine Kunststoffteilchen, die mit dem Duschwasser in der Kanalisation landen – und letztendlich in unseren Bächen, Flüssen und Meeren, weil sie in Kläranlagen nicht herausgefiltert werden.  

Klingt alles nicht so toll? Finde ich auch. Was also kann man tun?

Naturkosmetik kaufen oder selbst herstellen

Zum einen können wir statt konventioneller Produkte zertifizierte Naturkosmetik kaufen. Die darf viele kritische Stoffe nicht enthalten. Zum anderen lassen sich viele Kosmetikprodukte auch ganz einfach selbst herstellen – aus wenigen harmlosen und natürlichen Grundzutaten, die man in reiner Form kaufen kann – im Zweifel im Internet. Dabei sollte man natürlich darauf achten, dass die Zutaten aus natur- und sozialverträglichen Quellen stammen, etwa aus Bioanbau und fairem Handel.

Hier kommen meine drei Lieblingsrezepte für Einsteigerinnen und Einsteiger, die wir oft in Workshops mit Kindern und Jugendlichen selbst herstellen. Sie sind wirklich einfach umzusetzen und ergeben wunderbare Produkte. Mein Rat: Einfach mal ausprobieren!

Wichtig bei allen Produkten ist es, auf die Hygiene zu achten, also nur saubere Schüsseln und Rührgeräte zu verwenden und vorher die Hände zu waschen. Dann sind die selbst hergestellten Naturkosmetikprodukte problemlos einige Wochen haltbar. Am besten bewahrt man die Cremes an einem dunklen und kühlen Ort auf, dann können sie bis zu drei Monate verwendet werden. Das Peeling sollte man schneller verbrauchen. Es ist im Kühlschrank am besten aufgehoben.

Lippenpflege

Zutaten:

  • 10 g Kakaobutter
  • 20 g Kokosöl
  • Ätherisches Öl (optional)

Herstellung: 

  1. Kakaobutter und Kokosöl im Wasserbad erwärmen und verrühren, bis sie flüssig sind.
  2. Nach Belieben ein paar Tropfen ätherisches Öl für einen guten Duft hinzufügen.
  3. Mischung in Döschen füllen und abkühlen lassen – fertig.

Kokospeeling

Zutaten:

  • 1 EL Kokosöl 
  • 1 EL Zucker 
  • Ätherisches Öl (optional) 

Herstellung:

  1. Zutaten zu einer Paste vermischen und abfüllen – fertig.

Am besten verwendet man das Peeling unter der Dusche oder in der Badewanne: mit kreisenden Bewegungen auf der nassen Haut verreiben und gut abspülen.

Die Zutaten werden im Wasserbad vorsichtig erwärmt, bis sie flüssig sind und sich gut mischen lassen. © NAJU NRW/Emily Oehlert
Die fertigen Produkte werden einfach in leere Döschen und Gläschen abgefüllt. © NAJU NRW/Emily Oehlert

Handcreme

Zutaten: 

  • 25 g Kakaobutter 
  • 15 g Mandelöl 
  • 35 g Kokosöl 
  • 20 g Sheabutter 
  • Ätherisches Öl (optional) 

Herstellung: 

  1. Kakaobutter, Mandelöl und Kokosöl im Wasserbad erwärmen.
  2. Sheabutter hinzufügen und gut verrühren, bis die Mischung flüssig ist.
  3. Nach Belieben ein paar Tropfen ätherisches Öl für einen guten Duft hinzufügen.
  4. Mischung in Döschen füllen und abkühlen lassen – fertig.

Wiederverwerten statt neu kaufen!

Noch ein Öko-Tipp zum Abschluss: Natürlich lassen sich diese Naturkosmetikprodukte in schicke kleine Tiegel abfüllen, die man kaufen kann. Billiger und umweltfreundlicher ist es, Gefäße wiederzuverwenden, die man sowieso zu Hause hat, etwa kleine Marmeladengläschen oder leere Döschen von verbrauchten Kosmetikprodukten. Das spart Rohstoffe, Energie und Geld! 

Und wer gleich mehrere Portionen herstellt, hat für das nächste Geburtstags- oder Weihnachtsfest immer das richtige Geschenk zur Hand. Selbst gemacht, öko und originell – Pflegeprodukte können wir schließlich alle gebrauchen, vor allem jetzt, wo der Winter vor der Tür steht!

Ein weiterer Vorteil: Wer selbst Naturkosmetik herstellt, spart auch viel Verpackungsmaterial ein. Warum hierbei der Schein oft trügt, liest du im Gastbeitrag von NABU-Mitarbeiterin Katharina Istel.


Über die Autorin: Dr. Josephine Berndt

Gastbeitrag von Dr. Josephine Berndt, Leiterin des Jugendumweltmobils der Naturschutzjugend NAJU in NRW. Die NAJU ist die Jugendorganisation des NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V. Jeden Monat gibt es einen Tipp vom NABU für ein nachhaltigeres Leben auf dem IKEA-Unternehmensblog. Der NABU und IKEA sind seit 2011 Kooperationspartner.

© NAJU NRW/Lena Dankert

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