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Energiesparen gegen die Krise

Wenn jede*r von uns ein bisschen weniger Energie verbraucht, macht das in Summe einen großen Unterschied. © NABU/Jule Roschlau

(24.08.2022) Der fürchterliche Krieg gegen die Ukraine und die absehbaren Versorgungsengpässe zeigen einmal mehr, dass wir endlich anfangen müssen, Energie sparsamer zu nutzen und effizienter einzusetzen. Es spricht alles dafür und nichts dagegen! Gefragt ist dabei zwar zuallererst die Politik, denn sie muss die Rahmenbedingungen so setzen, dass wir insgesamt in die richtige Richtung marschieren. Die Verantwortung einfach nur auf die einzelnen Menschen abzuwälzen, wird nicht funktionieren. 

Ein Grad weniger Raumtemperatur spart rund fünf Prozent Energie und Kosten. © NABU/Hannes Huber

Richtig ist aber auch, dass wir alle etwas beitragen können und müssen. Wenn jede und jeder von uns ein bisschen weniger Energie verbraucht, summiert sich das zu einem so großen Ganzen, dass es einen echten Unterschied macht – sowohl mit Blick auf die aktuellen Energieprobleme als auch mit Blick aufs Klima. Auch wenn es angesichts der Größe der Herausforderungen so scheinen mag: Was wir jetzt alle selbst tun können, ist in Summe keineswegs „Peanuts“! 

Wo sind also die relevanten Stellschrauben, an denen wir alle auch kurzfristig drehen können?

Stellschraube 1: Heizung und Warmwasser

Für Heizung, Warmwasser und Klimatisierung geht in Deutschland rund ein Drittel der Energie drauf. Deshalb liegt hier auch ein enormes Einsparpotenzial. Das heißt nicht, dass wir die Heizung komplett ausschalten müssen. Aber schon ein Grad Raumtemperatur weniger spart fünf Prozent Energie – und damit auch Kosten! Und vielleicht reicht es ja auch, nur ein oder zwei Räume auf Wohlfühltemperatur zu bringen und dafür in den anderen mehr zu sparen? Kürzer zu duschen und sich die Hände mit kaltem Wasser zu waschen, reduziert den Energieverbrauch weiter. Die Summe macht’s! Ganz ohne Komfortverlust lassen sich übrigens die meisten Heizanlagen von Fachleuten so einstellen und ertüchtigen, dass sie deutlich weniger Energie schlucken. Wer also vor dem Winter noch einen Handwerker ergattert, sollte über den Austausch ineffizienter Pumpen nachdenken, über einen hydraulischen Abgleich und eine etwas niedrigere Vorlauftemperatur.

Stellschraube 2: Strom

Keine Lust auf Strom aus Kohle, Atom und Erdgas? Der Wechsel zu einem guten Ökostromanbieter lohnt sich und ist ganz einfach! Anbieter, die mit dem „Grüner Strom Label“ zertifiziert sind, investieren garantiert in neue, regionale Wind- und Solaranlagen aus naturverträglichen Standorten – also genau in die Anlagen, die wir brauchen, um unabhängiger und klimafreundlicher zu werden. Natürlich sollten wir auch Ökostrom effizient nutzen. Sinnvoll ist es, sparsame und langlebige Elektrogeräte anzuschaffen – und wo es möglich ist, auch mal auf ein Gerät verzichten. Der Standby-Modus vieler Geräte ist genauso ein versteckter Stromfresser wie Handyladekabel, Netzstecker und Co. Tipp: Stecker ziehen!

Stellschraube 3: Verkehr 

Logisch: Wer Benzin oder Diesel verbrennt, verbraucht fossile Energieträger und heizt das Klima an. Besser und sparsamer ist es, kurze Strecken möglichst zu Fuß oder mit dem Rad zurückzulegen und auf längeren Strecken Bus und Bahn zu nutzen – soweit das geht. Und wer zu Hause im Homeoffice arbeiten kann, spart nicht nur Zeit, sondern auch die Energie für den Weg zur Arbeit. Aber selbst, wenn man ums Auto nicht immer herumkommt: Spritsparend und mit gemäßigtem Tempo zu fahren, zahlt sich aus! Und wer sich gerade ein neues Auto zulegt: Die Unterschiede im Verbrauch sind enorm! Vielleicht reicht ja auch ein kleines Auto – am besten mit Elektroantrieb?

Stellschraube 4: Einkaufen

Zu Hause ist schon alles optimiert? Super! Dann lässt sich beim Einkaufen der Energieverbrauch weiter senken. Denn auch für die ganzen Dinge, die wir konsumieren, wird jede Menge Energie aufgewendet. Wer den Verbrauch tierischer Lebensmittel reduziert, spart aktiv Energie. Regional, bio und unverpackt einzukaufen, ist ebenfalls sinnvoll. Und wer insgesamt weniger einkauft und auch mal auf eine Anschaffung verzichtet, spart nicht nur Geld, sondern auch Strom, Öl und Gas – also die Energie, die eingesetzt werden müsste, um die Rohstoffe für das Produkt zu gewinnen, es herzustellen, zu transportieren und irgendwann wieder zu entsorgen.

Das große Ganze

Diese vier Stellschrauben sind natürlich nur ein kurzer Abriss dessen, was auf die Schnelle möglich ist. Beim NABU gibt’s viele weitere Tipps zum Energie- und Geldsparen. Zwei ganz große Stellschrauben, die allerdings nicht innerhalb von Tagen umsetzbar sind, will ich hier zumindest kurz nennen, denn sie liegen mir ganz besonders am Herzen: Zum einen sollten alle, die eine Immobilie besitzen, die Dämmung auf Vordermann bringen. Dazu gibt’s viele Förderprogramme und damit lässt sich so richtig viel Energie sparen. Und zum andern sind wir alle gefragt, die Politik so mitzubestimmen, dass wir uns schnell in Richtung Klimaneutralität bewegen. Dafür sind die politischen Rahmenbedingungen entscheidend. Packen wir es an – es liegt in unseren Händen!

Du möchtest mehr über den Energieverbrauch von Elektrogeräten erfahren? Hier findest du das Energie-ABC des NABU. Praktische Tipps für einen nachhaltigeren Alltag bietet das gemeinsame E-Book von NABU und IKEA.

ÖPNV, Fahrrad, Carsharing – wer das eigene Auto öfter mal stehen lässt, spart Energie und schont das Klima. © NABU/Helge May

Über die Autorin: Lisa Storcks

Gastbeitrag von Lisa Storcks, Referentin für Energiepolitik & Klimaschutz beim NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V. Jeden Monat gibt es einen Tipp vom NABU für ein nachhaltigeres Leben auf dem IKEA-Unternehmensblog. Der NABU und IKEA sind seit 2011 Kooperationspartner.


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