Zur Hauptseite wechseln

Buchhalter*innen für mehr Klimaschutz

(12.11.2021) Seit fast zwei Wochen läuft COP26, die 26. UN-Klimakonferenz im schottischen Glasgow. Die Erwartungen an die Verhändler*innen sind hoch: Hier sollen die Weichen für die wichtigste Dekade der Menschheit gestellt werden. Ein erstes Zwischenfazit lässt hoffen, dass der Klimagipfel tatsächlich Fortschritte bei der Begrenzung der globalen Erwärmung gebracht hat.

So könnten die von den Regierungen eingegangenen Verpflichtungen, die Emissionen auf Null zu senken, dazu führen, dass die vor den UN-Klimagesprächen prognostizierte Erderwärmung von plus 2,7 °C auf 1,8 °C reduziert wird. Aktivist*innen wie Greta Thunberg kritisieren die zeitlichen Beschränkungen für Klimaschutzmaßnahmen scharf. Karol Gobczyński, Climate & Energy Manager der Ingka Gruppe, ist optimistischer: „Je nachdem, wie diese Woche nun verläuft, ist es wahrscheinlich, dass es auf der nächsten UN-Klimakonferenz COP27 stark darum gehen wird, gesicherte Emissionsreduzierungen zu präsentieren.“

Im Klartext heißt das: Jetzt geht's ums Zählen und Messen. Und wer könnte das besser als Buchhalter*innen? „Accountants will save the world” (Buchhalter*innen werden die Welt retten) war auch ein beliebtes Bonmot auf der Paneldiskussion One Home, One Planet, zu der IKEA kreative und strategische Vordenker*innen aus der ganzen Welt eingeladen hatte. Denn nur mit genauesten Messungen der Emissionen können schlagkräftige Pläne für die Zukunft geschmiedet werden.

„Unsere Erde ist rund, also muss auch die Wirtschaft kreisförmig sein“

„Die meisten Menschen wissen um die Fakten der Erderwärmung“, weiß Katharine Hayhoe, kanadische Wissenschaftlerin und Autorin. „Sie sind sehr besorgt und brauchen Hoffnung, dass sie selbst etwas bewirken können.“ Wichtig sei, in Debatten die Stimme zu erheben, um eine Bewegung in Gang zu bringen. Sehr bildlich beschreibt sie den Nutzen der Kreislaufwirtschaft: „Wir leben nicht auf einer flachen Scheibe, wo wir den Müll links oder rechts einfach herunterkehren können. Unsere Erde ist rund – also muss auch die Wirtschaft kreisförmig sein. Was herein kommt, muss heraus- und wieder hereingebracht werden.“

„Assembling our future“: Eine nachhaltige Zukunft stand im Fokus von One Home, One Planet.
„Niemals sollten wir die Macht der Konsument*innen unterschätzen“, sagt Karen Pflug, Chief Sustainability Officer der Ingka Gruppe.
Anthony Kapel Van Jones, US-amerikanischer politischer Kommentator und Autor, warnte vor dem Übersehen der sozialen Ungleichheit auf der Welt.
Jesper Brodin, Chief Executive Officer der Ingka Group, nahm digital als Sprecher beim One Home, One Planet Event teil.

„Ökologische Gerechtigkeit“ als Gebot der Stunde

Das drängende Thema des Klimaschutzes ist auch eng verknüpft mit einer Debatte um „Equality“, also fairer Behandlung und Chancengleichheit für alle Menschen. Anthony Kapel Van Jones, US-amerikanischer politischer Kommentator und Autor, sprach in diesem Zusammenhang von einer „ökologischen Apartheid“, die in einer „ökologischen Apokalypse“ enden könne, wenn man die soziale Ungleichheit übersehe. Denn ein großer Teil der Weltbevölkerung wohnt nicht in denjenigen Staaten, die verhältnismäßig viel zur weltweiten Klimakrise beitragen, sondern dort, wo die Klimakrise schon die größten Auswirkungen hat – mit großen Dürreperioden oder Überschwemmungen in vielen Teilen der Welt. „Ökologische Gerechtigkeit“ sei hier das Gebot der Stunde, denn die am meisten Betroffenen habe die geringsten Mittel, um sich zu schützen. So ist es wichtig, beispielsweise die vielen Bauern und Bergleute mitzunehmen, hängen an ihren Jobs doch ganze Familien.

„Nachhaltigkeit soll so erschwinglich sein, dass sie sich möglichst viele Menschen leisten können“, sagt Juvencio Maeztu (r.), Chief Financial Officer der Ingka Gruppe.

„Nachhaltigkeit darf kein Luxus sein“

Und welche Rolle spielen wir Konsument*innen? „Niemals sollten wir die Macht der Konsument*innen unterschätzen“, sagt Karen Pflug, Chief Sustainability Officer der Ingka Gruppe. „Sie wählen mit ihrem Geldbeutel, und sie wählen die Entscheidungsträger vor Ort.“ Eine von IKEA in Auftrag gegebene repräsentative Studie zeigt, dass sich sieben von zehn Befragten Sorgen wegen des Klimawandels machen, und neun von zehn sind bereit, dafür einen Beitrag zu leisten. Doch viele wissen nicht recht, was sie im privaten Umfeld tun können – sie geben an, zu wenig Unterstützung von der Regierung und der Wirtschaft zu bekommen. Und: Viele sinnvolle Maßnahmen seien einfach zu teuer für den privaten Geldbeutel. „Die Kosten sind die größte Barriere, warum sich nicht noch mehr Menschen auch privat für mehr Klimaschutz engagieren“, so Karen Pflug. „Nachhaltigkeit soll kein Luxus sein.“

„Deshalb bieten wir Produkte an, die für mehr Nachhaltigkeit zuhause sorgen, Ressourcen und den Geldbeutel schonen,“ sagt auch Juvencio Maeztu, Chief Financial Officer der Ingka Gruppe. „Nachhaltigkeit soll so erschwinglich sein, dass sie sich möglichst viele Menschen leisten können – wie beispielsweise LED-Leuchten für einen Euro. Und die pflanzlichen Proteinbällchen HUVUDROLL gibt es zum gleichen Preis wie die berühmten KÖTTBULLAR.“

Wie ihr auch im Alltag mit den richtigen Kaufentscheidungen eine Menge Energie und Geld sparen könnt, verrät euch der NABU in seinem Gastbeitrag.


Über die Autorin: Simone Settergren

Ich kümmere mich bei IKEA um das Thema Public Affairs, also darum, dass wir bei Politik und Wirtschaft, aber auch bei den Menschen vor Ort als verantwortungsvolles Unternehmen wahrgenommen werden. Meine geheime Leidenschaft ist das Lesen – ohne ein gutes Buch im Gepäck verlasse ich selten das Haus. Aus dem Sortiment von IKEA liebe ich am meisten das HEMNES Tagesbett: Es nimmt wenig Platz ein, hat tolle Staumöglichkeiten und sogar einen ausziehbaren Lattenrost für Übernachtungsgäste.