Zur Hauptseite wechseln

Gut geplant zum Gartenglück: Mit neuen Ideen ins Frühjahr starten

© NABU/Jule Roschlau

(22.02.2021) Wenn ich dieser Tage mit meinem heißen Tee in der Hand aus dem Fenster blicke, ist es draußen noch kalt und ungemütlich. Doch schon bald startet die Gartensaison und ich kann es kaum erwarten. Deshalb beginne ich bereits im Spätwinter mit der Planung meines Gartens. Die Hitze und Trockenheit des letzten Jahres hat den Rasen verdorrt, viele Pflanzen geschwächt oder sogar absterben lassen. Aber muss ich deshalb komplett auf Pflanzen verzichten? Nein, denn ich kann meinen Garten so planen, dass er mit der Hitze besser zurechtkommt und Insekten und Vögel trotzdem noch Nahrung und Unterschlupf finden. Als erstes schnappe ich mir Stift und Zettel und zeichne einen maßstabsgerechten Grundriss meines Gartens. Er enthält alle Wege und Gartenelemente sowie alle Bäume und Beete. In den Grundriss zeichne ich alles ein, was ich später verändern möchte.

Jetzt verschaffe ich mir einen Überblick. Mit der Tasse Tee in der Hand und einem Klemmbrett mit dem Grundriss gehe ich auf Gartenbesichtigung. Abgestorbene oder kranke Pflanzen markiere ich im Plan, auch solche, die ich nicht mehr schön finde.

Hecken als Unterschlupf und Windschutz

Die alte Thujahecke vom Vorbesitzer möchte ich schon lange ersetzen. Ich suche mir Sträucher aus, die heimisch sind, Trockenheit aushalten und Früchte tragen. Dann haben die Vögel etwas davon und ich auch. Ich plane auch eine Benjeshecke, oder auch Totholzhecke an der Nordseite meines Gartens. Damit schirme ich zusätzlich den Wind ab, der meine Pflanzen austrocknet. Für die Hecke nutze ich das Material der abgestorbenen Pflanzen und das der Thuja. Nach einer Weile werden hier von ganz allein Gehölze wachsen, die Vögel eingetragen haben, und die Totholzhecke wird lebendig. Zaunkönig, Eidechse, Igel und Erdkröte sagen Danke – sie finden hier jetzt genug Verstecke.

Igel freuen sich über einen Unterschlupf im Garten. © NABU / Andreas Bobanac
Gestapelte Steinhaufen dienen Insekten und Eidechsen als Sonnenplatz und Unterschlupf. © NABU/Eric Neuling

Farbenfrohe und pflegeleichte Alternativen zum klassischen Rasen

Wie geht’s dem Rasen? Letztes Jahr musste ich ihn ständig wässern. Brauche ich noch die gesamte Rasenfläche, damit die Kinder darauf Fußball spielen können? Welche Teile möchte ich zu einer Blumenwiese oder einem blütenreichen Kräuterrasen umwandeln? Die beiden brauchen viel weniger Wasser – damit würde ich neben dem Wasser im Sommer auch Zeit sparen. Oder lasse ich eine Ecke meines Gartens einfach mal wachsen und schaue, was passiert? Ein spannendes Experiment… Für die Insekten plane ich noch ein neues Wildstaudenbeet in einer sonnigen Ecke: Darauf stehen Schmetterlinge und Bienen.

Bitte einmal freimachen

Darf es auch offene Bodenstellen in meinem Garten geben? Hier nisten rund 70 Prozent aller Wildbienenarten, auch Vögel nehmen gern ein Sandbad zur Gefiederpflege. Außerdem kann hier Regenwasser versickern und sich neues Grundwasser bilden. Die alte Garagenauffahrt aus Betonpflaster brauche ich eigentlich auch nicht mehr. Mir reicht ein Weg aus Kies oder Holzhackschnitzeln, das spart auch Regenwassergebühren. Unter den Pflastersteinen habe ich sandigen Boden, perfekt für Bienen und Co. An den Rändern plane ich Stauden, die mit Trockenheit zurechtkommen. Und aus den Steinen stapele ich mehrere Haufen als Sonnenplatz und Unterschlupf für Insekten und Eidechsen.

Für Nachwuchs sorgen

Der Winter war lang und wir hatten viel Zeit zum Bauen und Basteln. Ich habe mit meinem Kind einige Vogelhäuschen gebaut, die werde ich an den passenden Stellen im Garten anbringen. Auch ein Fledermauskasten als Sommerquartier darf nicht fehlen. Ich habe auch noch abgelagerte Klötze aus Laubholz im Keller, in die werde ich noch Löcher bohren und an einem geschützten, sonnigen Platz im Garten aufhängen ‒ fertig ist die Insektennisthilfe.

Lecker gemischt

Im Gemüsegarten werde ich auch dieses Jahr wieder auf eine altbewährte Methode setzen, die Mischkultur! Verschiedene Gemüsesorten werden gemischt gepflanzt, damit sie gesünder bleiben und die Nährstoffe im Boden optimal genutzt werden. Manche Sorten vertragen sich, manche nicht, eine ganz schöne Herausforderung! Aber schlussendlich habe ich alle Gemüsepflanzen, die ich mag, im Plan gut kombiniert. Bald geht’s mit der Anzucht los – am besten in torffreier Anzuchterde.

Ein kleiner Teich für eine kühle Umgebung

Wasser ist Leben und kühlt die Umgebung – das würde mir und meinen Pflanzen gut tun. Ein Teich dient vielen Tieren als Lebensraum und Tränke. Eine offene, sonnige Stelle ohne Bäume, die etwas tiefer und weit genug weg vom Haus liegt, wäre optimal. Sobald der Frost den Garten verlässt, könnte ich mit dem Bau loslegen. Ich träume schon länger von einem kleinen Teich im Garten, aber das Anlegen wird nicht wenig Arbeit sein – mal schauen, ob ich das in diesem Frühjahr schaffe – wenn ich so auf meinen Plan schaue. Mein Tee ist jetzt übrigens kalt, aber ich freue mich aufs neue Jahr und bin bereits jetzt in Gartenlaune.

Insekten-Nistkästen sorgen für tierischen Nachwuchs. © Johannes Vocks

Über die Autorin: Marja Rottleb

Ich bin Marja Rottleb, Gartenexpertin beim NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V.

Gastbeitrag von Marja Rottleb, Gartenexpertin beim NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V.

Jeden Monat gibt es einen Tipp vom NABU für ein nachhaltigeres Leben auf dem IKEA Unternehmensblog. Der NABU und IKEA sind seit 2011 Kooperationspartner.