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NABU-Tipp des Monats: Sinnvoll und nachhaltig beschäftigt im Lockdown – Bastelmaterial aus der Natur

(01.02.2021) Als wäre man im Winter aufgrund des unwirtlichen Wetters nicht schon genug drinnen, verbringen derzeit durch die pandemiebedingten Schul- und Kita-Schließungen wahrscheinlich viele Eltern und Kinder so viel Zeit wie noch nie gemeinsam in den eigenen vier Wänden. Je länger dieser Zustand andauert, desto mehr Kreativität ist gefragt, das weiß ich selber nur zu gut. Was tun, wenn die große Langeweile beim Nachwuchs einsetzt? Dann ist es Zeit zu basteln, zu experimentieren und sein Wissen zu testen! Anregungen und nachhaltiges Bastelmaterial finden wir dafür stets in der Natur. Also nichts wie raus in den Park oder angrenzenden Wald, frische Luft tanken und ganz nebenbei am Wegesrand Dinge aufsammeln. Ein paar Ideen mit den passenden Anleitungen gibt es von mir.

Kinderleichte Eulen aus Zapfen

Schon den kleinen Kinderhänden gelingen die Eulen aus Zapfen. Für den Körper eignen sich aufgegangene Zapfen von Rotfichte oder Kiefer, für den Schnabel kleinere von Erlen oder Lärchen. Alternativ gehen Zweigstücke. Sammelt auch heruntergefallene Baumrinde für die Flügel, Ahornsamen als Ohren sowie Eichelhütchen als Augen. Bei leeren Hütchen gestalte ich die Pupillen innen mit etwas Farbe. Alle Einzelteile fügt ihr nun zusammen und verklebt sie mit Holzleim. Zuerst befestigt ihr die Augen und den Schnabel am großen Zapfen und lasst alles trocknen. Die beiden Ahornsamen-Ohren kommen als Braue direkt an das Eichelhütchen-Auge. Brecht nun von der Baumrinde zwei gleich große längliche Teile als Flügel ab. Klebt diese seitlich an. Wenn ihr Eulen aus Kiefernzapfen bastelt, schneidet zuvor mit einem Messer seitlich eine Kerbe in die Baumrinde, um diese an einem Zapfenschuppen festzuklemmen. Fertig ist die Eule! Tipp: Lange Fichtenzapfen stehen bei mir immer besser, wenn ich sie auf ein Stück Borke klebe.

Körnerbuffet für Piepmätze herstellen

Vögel picken am liebsten Kerne und Körner. In den Wintermonaten finden sie weniger als im Sommer. Um gut über die Runden zu kommen, freuen sie sich über Zusatzangebote, beispielsweise fettreiche Meisenknödel im Garten, auf dem Balkon oder vor dem Fenster. Ich stelle diese immer selber her. Das Rezept findet ihr hier. Habt ihr euren Knödel draußen angebracht, könnt ihr beobachten, wie Kohl- oder Blaumeise picken. Auch Zeisig, Kleiber oder Feldsperling bedienen sich gern. Mit ein bisschen Glück und Geduld ist das wie Vogel-TV! Könnt ihr die auftauchenden Federfreunde bestimmen?

Mit den Eulen aus Zapfen werden Basteln und Natur optimal kombiniert. © NABU/Thomas Heß
In der kalten Jahreszeit brauchen die „Daheimgebliebenen" oftmals Unterstützung bei der Futtersuche. © NABU/Alexander Erdbeer

Frosch-Experiment

Die einen futtern im Winter viel, die anderen nichts und erstarren bei Kälte: Frösche. Sie sind wechselwarme Tiere, die ihre Körpertemperatur der Umgebungstemperatur anpassen. Weil sie kein dickes Fell haben, müssen sie sich im Winter ein frostsicheres Plätzchen im Wurzelwerk von Bäumen, im Moos oder Schlamm suchen. Wird es unter zehn Grad Celsius kalt, verlangsamen sich Herzschlag und Atmung, und sie bewegen sich nicht mehr. Diesen Vorgang nennt man Winterstarre. Um im Frühjahr wach zu werden, müssen sie ihre Körpertemperatur wieder hochfahren. Das verbraucht enorme Mengen von Energie. Mit einem Experiment könnt ihr herausfinden, wie schwer das ist. Ihr braucht: ein Glas, eine Flasche kaltes Wasser, fünf Eiswürfel und ein Thermometer. Gebt die Eiswürfel ins Glas und füllt es mit Wasser. Circa fünf Minuten warten und die Temperatur messen. Versucht nun, das Wasser um fünf bis zehn Grad Celsius zu erhöhen, indem ihr das Glas fest mit beiden Händen umfasst. Und, wie lange braucht ihr dafür? Wer mehr zum Experiment nachlesen will, schaut hier.

Kuschelhäschen aus Socken zaubern

Gegen Kälte hilft Wärme, und die bringt ein neuer Kuschelfreund: ein Hase aus einer Socke, den garantiert kein anderer hat. Für das Upcycling-Projekt braucht ihr nicht mal eine Nadel, nur eine einzelne Socke. Die findet sich zu Hause dank rätselhafter Waschvorgänge immer. Die Socke füllt ihr zu zwei Drittel mit (Heil-)Wolle, Reis oder Vogelsand und bindet sie mit Garn fest zu. Den oberen lockeren Sockenrest in der Mitte durchschneiden und die beiden Teile jeweils halbrund zuschneiden, sodass zwei Schlappohren entstehen. Dann das obere Drittel der gefüllten Socke für den Hasenkopf noch mal mit einem Band abbinden. Wackelaugen aufkleben oder mit wasserfestem Filzstift Äuglein aufmalen. Meister Langohr ist bereit zum Kuscheln – und Eltern haben nun erst mal Zeit für sich.

Du suchst weitere Bastel-Tipps vom NABU und seiner Kinder- und Jugendorganisation NAJU? Hier findest Du noch mehr Bastelideen aus Naturmaterialien und auch passende Vorlagen für Tiermasken zum Ausdrucken und Ausmalen.


Über die Autorin: Hanna Pfüller

Hanna Pfüller ist Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V. Jeden Monat gibt es einen Tipp vom NABU für ein nachhaltigeres Leben auf dem IKEA-Unternehmensblog. Der NABU und IKEA sind seit 2011 Kooperationspartner.