Pakistan: Schutz von Kindern vor Ausbeutung und Misshandlung
Zubair Hussain, 12, ist ein Schüler des Bildungs- und Beratungszentrums Nr. 7 in Shadara in der Region um Lahore in Pakistan. Er ist eines von vielen Kindern, die aufgrund der Armut der Eltern dazu gezwungen sind, zu betteln, stehlen oder sich zu prostitutieren. „Mein Vater ist ein Bettler. Er nahm mich immer mit auf die Straße zum Betteln. Ich musste den ganzen Tag in abgetragenen Lumpen und barfuß herumlaufen, damit die Menschen Mitleid hatten und uns etwas Geld gaben. Seit ich ins Zentrum gehe, trage ich eine Schuluniform und eine Krawatte. Wenn ich bettelnde Kinder auf den Straßen sehe, tun sie mir leid – aber gleichzeitg bin ich froh, dass es mir nicht mehr so geht. In die Schule zu gehen ist besser als seine Zeit auf der Straße zu vergeuden"", sagt Zubair.
Fast 4.000 Kinder sind bei 13 Bildungs- und Beratungszentren in Lahore registriert. Dank der Unterstützung durch die IKEA Foundation ist UNICEF in der Lage, diesen Zentren Lehrmittel, Schuluniformen, Bücher, Möbel, Gehälter von Lehrern und technische Unterstützung zur Verfügung zu stellen.
Das Bildungs- und Beratungszentrum Nr. 7 umfasst mehrere Stufen, von Spielgruppen bis hin zur 8. Klasse, dennoch gibt es keine Altersbeschränkung. Teenager, die weder lesen noch schreiben können, beginnen mit den Grundlagen. Junge Frauen erhalten Unterricht im Sticken, Schneiden und Stopfen.
Vite-n-Hope, eine Nichtregierungsorganisation, leitete dieses Projekt in Lahore in den vergangenen vier Jahren. Die Zentren kümmern sich speziell um Kinder, die von einer kommerziellen Ausbeutung wie sexuelle Handlungen betroffen oder bedroht sind. Kinder werden nicht aufgrund ihres familiären Hintergrunds oder ihrer Vergangenheit beurteilt.
„Dank IKEA und Vite-n-Hope haben tausende von Kindern wie Zubiar, die Opfer von Ausbeutung und Misshandlung waren, nun Schutz in einem Bildungs- und Beratungszentrum gefunden“, so Shamshad Qureshi, Spezialist für Kinderschutz bei UNICEF.