Schwedische Traditionen

Ostern - ein viertägiges Wochenende

Ostern - ein viertägiges Wochenende

Für viele Schweden ist Ostern ein viertägiges Wochenende im Frühling, an dem sie sich nach einem langen und dunklen Winter endlich wieder ihrer Gartenarbeit widmen können. Die Häuser werden mit dem typischen Osterschmuck, Küken und bemalten Eiern, herausgeputzt und mit Federn behängten Birkenzweigen geschmückt. Die Tische biegen sich vor Köstlichkeiten wie Lachs oder Lammbraten. Die Kinder suchen auf dem Dachboden und in den Schränken nach dem perfekten „påskkärring“ oder Hexenkostüm. Sie malen sich dicke rote Lippen und schwarze Sommersprossen in ihre Gesichter. Mit einem Besen und einem Korb bewaffnet gehen sie in der Nachbarschaft spazieren, klopfen an alle Türen und wünschen Fröhliche Ostern.
Midsommar

Mitsommernacht

Am Wochenende, das dem 24. Juni, dem „richtigen“ Sommeranfang, am nächsten liegt, feiern die Schweden ihr grosses Sommerfest. Der Brauch geht wahrscheinlich auf eine alte Sommersonnwendfeier zurück. Frühe Traditionen erzählen von Romanze und Geheimnis. Am Nachmittag versammeln sich die Leute (oft in volkstümliche Trachten gekleidet), um den Mittsommerbaum aufzurichten. Es gibt Rundtänze, Lieder und Wettkämpfe, und auf Fiedel und Akkordeon spielt die Volksmusik dazu. Das alles macht natürlich Hunger und Durst, und die Leute setzen sich an ihre Gartentische oder unter die Sonnensegel ihrer Wohnwagen und geniessen ein traditionelles Mahl. Neue Kartoffeln, in Dill gekocht, werden mit verschiedenen Heringsgerichten und saurer Sahne serviert, dekoriert mit frischem Schnittlauch und gekühlter Butter. Zum Trinken gibt es fast immer Bier und Schnaps und zum Nachtisch Erdbeeren mit Eis und Sahne.
Flusskrebse - eine spätsommerliche Gaumenfreude

Flusskrebse - eine spätsommerliche Gaumenfreude

Stell dir ein Landhaus vor an einem mondhellen Abend, in der Nähe ein kleiner See, irgendwo in Schweden. Dann stell dir vor, dass der Tisch im Hof gedeckt ist, die Tablette zum Bersten voll mit leuchtend roten Flusskrebsen. In der Dunkelheit schimmern Papierlaternen mit lächelnden Mondgesichtern. Man hört Gelächter, schlürfende Geräusche, Gesänge und ein gelegentliches „skål!“ Die Gäste tragen lustige Papierhüte und Lätzchen mit bunten Flusskrebsmotiven. Jeder ist mit dem nötigen Flusskrebs-Besteck, Papiertellern und einem ganzen Repertoire von Liedern ausgerüstet, die immer dann ertönen, wenn der eisgekühlte Schnaps die Runde macht.
Weihnachten

Weihnachten

Die Schweden lieben Weihnachten und unternehmen viel, um in ihrem Heim eine echte weihnachtliche Atmosphäre zu schaffen. Mit Familie und nahen Freunden feiern sie diese Jahreszeit in vollen Zügen mit allem, was traditionsgemäss dazugehört. Lichter und Kerzen spielen eine wichtige Rolle bei den Ereignissen, die rund um Weihnachten und in den Tagen davor stattfinden, denn sie bringen zu dieser fast immer dunklen Zeit Wärme und Glanz in die schwedischen Heime. Weihnachtsschmuck wie sternförmige Lampen und weihnachtliche Lichter werden in die Fenster gestellt. Sie schaffen drinnen eine behagliche Stimmung und senden helle Strahlen in die Dunkelheit für die Leute draussen. Schon früh in der Jahreszeit sind die Geschäfte voll der guten Dinge, denn viele der Köstlichkeiten für das Weihnachtsessen brauchen eine lange Vorbereitung. Was wäre wohl auch eine schwedische Weihnacht ohne das traditionelle schwedische „smörgåsbord“? Der schwedische Lucia-Brauch stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Sie erscheint am 13. Dezember in einem bodenlangen weissen Kleid mit einem roten Band um die Taille und einem Kranz aus Preiselbeerzweigen auf dem Kopf. Die kerzenförmigen Lichter auf dem Kranz lassen ihn wie einen Heiligenschein aussehen. Lucia wird von einem Chor von „Sternenjungen“ begleitet, die Weihnachtslieder singen. Nach der Musik verteilt Lucia das traditionelle Safrangebäck „Lussekatter“ und heisse Getränke an ihr Publikum.